Dienstag, 14.08.2007
Überschrift: Ab ins Bad

Ich hatte ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Thema. Das lag einmal an der Preisgrenze, denn die Weine, die ich im Kopf hatte, überragen diese, wenn auch oft nur leicht. So z.B. eine trockene Silvaner Spätlese vom Würzburger Stein oder ein Sancerre von der Loire. Die zweite Bedingung, dass der Wein noch käuflich sein muss, ist auch hinderlich, denn der Genuss der ganz besonderen Weine, liegt oft länger zurück oder bezieht sich auf ältere Flaschen aus dem Keller, die man nicht so einfach bekommt. Wenn ja sind sie oft aber teurer geworden.
Den Wein, den ich dann anvisiert hatte, ist auf der Webseite eines Bundesweit im Franchise-Verfahren tätigen Weinhändler, der zur Metro-Gruppe gehört, zwar noch ausgeschrieben, war in meiner Filiale in Aubing aber schon ausverkauft: Der Equinoxe 2005. Da es ein gleichnamiges Rapper-Plattenlable gibt, hätte es eine schöne Geschichte ergeben. Equinox(e) zu(im) Freundeskreis.
Nun gut, ich musste die Auslegung der Rallye-Richtlinien etwas erweitern. Vom selben Weinbetrieb L’Arjolle gibt es derzeit einen Muscadet Petit Grains 2006 zum etwa gleichen Preis (7,30 statt 7,90 Euro). Dass er ein MustTaste-Wein wird, ist eh klar. Denn probieren muss man schließlich alles, nicht wahr? Eine Geschichte hat er auch: diese.
Hat der Wein nachhaltig Glücksgefühle in mir ausgelöst? Geht so. Das Aroma ist intensiv blumig, Rose, parfümig. Die Traube ist wohl meist für süßen Wein in Verwendung, da hätte das Parfümige besser gepasst. Frisch gecremter Babypopo hat Tom gesagt. Nun gut. Schlecht war er nicht. Ein bisschen Kräuter, Lavendel… schon wieder Badezimmer…
Der Wein schmeckt trocken, körperreich, cremig. Passt zu Häppchen im Garten.

Kommentare
Schade, dass der Equinox ausverkauft war - bei deiner Beurteilung des Muscat petits grains hätte er dir sicher besser geschmeckt. Klar wird dieser Muscat hauptsächlich aus überreifen Trauben zu edelsüßem Aperitivwein verarbeitet. Die Domaine de l'Arjolle liegt aber nicht im Appellationsgebiet für diesen Vin doux naturel (das wäre die Appellation des Muscat de Saint Jean im Minervois, etwas weiter westlich hinter Saint Chinian). Als trockener Wein ausgebaut bleiben eben doch die blumigen Noten im Bouquet - und das ist dann Geschmacksache....
Ja. Den Equinox habe ich in sehr guter Erinnerung. Am Wochenende hatte ich nochmal Gelegenheit einen Muscat aus Österreich zu probieren. Der war noch parfümiger und dazu spritzig ausgebaut. Das fand ich noch störender als bei dem volleren Wein von Arjolle. Das Glas habe ich nur aus Höflichkeit ausgetrunken.
Ich hab jetzt beschlossen, die zweite Flasche, die ich mir gekauft habe, zwei Jahre liegen zu lassen. Vielleicht schmeckt mir der Wein besser, wenn Alterstöne dem Parfüm eine Gegengewicht geben können...
Kost für Hausmänner