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Donnerstag, 10.01.2008

Weinrallye 7# Der meistverkaufte Wein Italiens



Ich hatte letztens das Vergnügen an einem Päckchen Tavernello nuckeln zu dürfen, ohne ihn mir für die 6. Weinrallye (bei Kaulwein) kaufen zu müssen. Ein gewaltiger Wein: "Der meist verkaufte Wein in Italien", laut Eigenwerbung auf der Webseite. 33.000 Winzer (an anderer Stelle ist von 20.000 die Rede) produzieren Hundertmillionen Liter im Jahr, was sechs Prozent der italienischen Anbaufläche in Anspruch nimmt. Er steht -- immer noch laut Hersteller -- bei Viermillionen italienischen Familien täglich auf dem Tisch.



Angesichts dieser Zahlen bestätigt sich, dass die in Deutschland so viel gelobte italienische Kultur durchaus einen groben, trashigen Zug hat, was jeder sofort merkt, der in Italien den Fernseher einschaltet. Welche Motive die Italiener nun konkret zur Tavernello-Tüte treibt, muss ich noch prüfen, ich befürchte aber, sie mögen ihn. Italiener geben im Verhältnis mehr Geld für Lebensmittel aus und trinken insgesamt maßvoller als die Deutschen. Billig und verträglich scheinen daher als Argumente nicht in Frage zu kommen.

Die beiden genannten Motive wären wohl aber für Deutschland anzunehmen. Hier ist der Tavernello ein Wein für Menschen, die viel trinken und deshalb auf einen leichten Wein ausweichen (11 Prozent). Er ist auch dann noch bekömmlich, wenn man drei Kartons davon intus hat. Denn zwei Katerfaktoren sind definitiv ausgeschlossen: Alkohol und Zucker. Ausgeschlossen ist für mich im Gegensatz zu den Achtmillionen Tavernello trinkenden Italienern aber auch der Genuss, denn harte Säuren dominieren das Geschmacksbild. Der Geruch ist monoton und stechend. Leichte Wein gibt es bessere.

Was hat das mit der Verpackung zu tun? Ich hätte keine Probleme einen leichten, frischen Wein auch aus dem Tetra Pack zu trinken. Es wäre mir sogar lieber, denn ich weiß dann, dass nicht das ganze Geld in der Verpackung steckt, sondern im Wein selbst. Doch ich werde den Eindruck nicht los, dass die Weinhändler eben doch nur die üblen Weine in Pappe wickeln, wohl wissend, dass kein Supermarktkunde einen trinkbaren Wein in dieser Form vermutet und kauft.

Kommentare

Mutig, mutig! Zur Bereitschaft, Wein aus dem Tetrapack zu trinken: Vielleicht kannst Du das bald öfter in die Tat umsetzen, wenn die Flaschenknappheit, von der meine deutschen Winzerkollegen in den letzten Wochen berichteten, weiter so anhält!

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