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Dienstag, 25.03.2008

Blog no more

Dieser Blog schließt endgültig seine Feeds. Den Nachfolger, Hausmannskost 2.0, findet Ihr hier: http://hausmannskost.wordpress.com. Bitte liebe Leser, wendet Euch künftig an diese Adresse und stellt Eure RSS-Feeds sowie Eure Blogrolls um. Die alten Artikel hier lasse ich vorerst stehen.

Mittwoch, 20.02.2008

Bayerischer Schweinsbraten mit Semmelnknödln (Saubloggen am Mittwoch)

Achtung dieser Blog ist umgezogen und wird bald nicht weiter geführt. Bitte besuchen Sie Hausmannskost 2.0. Dort finden Sie den selben Artikel.



SchweinSbraten und nicht SchweinEbraten ist der korrekte, im Bayerischen vorgefundene Begriff, wie wir von Karl Valentin wissen. Denn der Braten kommt ja von einem einzigen Schwein. Während ebenso SemmelNknödeln richtig ist und nicht hochdeutsch Semmelknödel, weil eben Semmelteig aus vielen Semmeln und nicht nur aus einer besteht. Interessanter Weise meckert meine Rechtschreibprüfung bei keinem der Begriffe. Nun gut. Zum Schweinsbraten. Bei der Wahl des Fleischs gibt es eine grundlegende Entscheidung: mit oder ohne Kruste (Schwarte). Kruste ist bei vielen Bratenfreunden gefragter, aber das Fleisch ist trockener. Ohne Kruste – ein Stück vom Hals – ist saftiger und vom Fleisch her attraktiver. Eindeutig mein Favorit. Mit Kruste ist meistens von der Schulter, aber sehr gut und etwas feiner ist auch ein Stück Keule.

Fleisch von Hals, Schulter oder Keule (Schwarte vom Metzger einschneiden lassen)
Knochen
Hühnerbrühe/Fond
Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel
Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Kümmel
Knofi, Ingwer, Majoran, etc.
Rotwein
Crème Fraîche
Petersilie
Evt. Champignons

Das Bratenstück mit Salz und Pfeffer einreiben. Wenn der Braten eine Schwarte hat, so kommt diese in der gefetteten Reine anfänglich nach unten. Backofen auf 225 Grad vorheizen, dann Braten, Knochen und ein bisschen Gemüse hinein. Wenn die Unterseite eine schöne Farbe bekommen hat, wird der Braten umgedreht. Ebenfalls warten, bis die Schwarte angebraten ist. Dann Brühe angießen, Lorbeer, Pfeffer, Kümmel hinzu und Temperatur auf 175 Grad reduzieren. Ein Braten ohne Schwarte muss nicht gedreht werden. In der letzen halben Stunde kommen Knofi, Ingwer und Majoran hinzu. Die Bratenzeit variiert je nach Fleischdicke. Unter einem Kilo sind es circa anderthalb Stunden, dickeres Fleisch länger. Die Kerntemperatur bei Schwein sollte bei circa 65 Grad liegen (mit Kernthermometer gemessen). Bei einem Braten mit Schwarte schaltet man am Schluss für ein paar Minuten den Grill ein, damit die Kruste schön knusprig wird. Vorsicht, verbrennt leicht.

Braten auf einen Teller, zudecken. Den Bratensatz durch ein Sieb in einen Topf gießen. Die Sauce etwas reduzieren und mit Wein, Crème Fraîche, Petersilie und weiteren Gewürzen abschmecken. Nach Geschmack gedünstete Champignons hinein. Den fertigen Braten aufschneiden, mit etwas Sauce begießen und servieren.

Nun zu den Knödeln:

10 trockene Semmeln
3/8 l Milch
3-4 Eier
1 kleine Zwiebel
Salz, Pfeffer, Petersilie

ergibt acht mittelgroße Knödel

Alte Semmeln nehmen, sonst frische Semmel einen Tag auf der Heizung trocknen lassen. Petersilie und Zwiebel hacken und etwas andünsten. Semmeln in dünne Scheiben schneiden und in einen Topf häufeln. Milch erhitzen (nicht kochen) und über die Semmelscheiben gießen. Topf verschließen und dreißig Minuten ziehen lassen. Nach der Hälfte der Zeit, einmal umschichten. Dann mit allen weitern Zutaten verkneten. Mit feuchten Händen Knödel formen, wenn der Teig zu weich ist mit Semmelbröseln strecken.

Wasser erhitzen, bis Blasen aufsteigen, aber es darf nicht sprudeln. Sonst zerfallen die Knödel. Knödel fünfzehn bis zwanzig Minuten ziehen lassen.

Als passender Wein erwies sich ein Barbera d'Asti "San Nicolao" 2006 von Terra da Vino, Fruchtig und hell zum Schwein, aber dennoch stark und tanninig gegen das Fett. Rubinrot, glänzend, relativ hell; Aroma zurückhaltend, Kirsch, Holz, Vanille, Pfeffer, Alkohol, mineralisch, Wachs; Auftakt kirschig, leicht feurig und etwas süß. Der Körper ist rund, der Abgang lang und etwas bitter. In den Tiefen liegt eine verschlossene Geschmacksschicht, die derzeit vom Alkohol überlagert wird. Nach einiger Zeit im Glas wird die Kirsche noch deutlicher. Gestört hat mich der Kunstkorken.

Mittwoch, 06.02.2008

Bordeaux-Krieg: Weinblogger vs. Weinjournalisten

Achtung dieser Blog ist umgezogen und wird bald nicht weiter geführt. Bitte besuchen Sie Hausmannskost 2.0. Dort finden Sie den selben Artikel.

Derzeit tobt auf den Seiten von Planet Bordeaux ein Streit um einen Artikel in der Welt, der scheinbar ein paar Recherchemängel aufweist. Schnell ist wieder das Kriegsbeil ausgegraben und Blogger fallen pauschal über Journalisten her, während diese nichts besseres zu tun haben, als ihre alte Arroganz auszuspielen. Das ist eigentlich schade, denn beide haben viel gemeinsam. Ein paar Überlegungen von mir als "echtem" Journalist und begeistertem Blogger:




- Schlechte Recherche ist eine Frage der Persönlichkeit und nicht der Medienform. Wie genau der einzelne Schreiber hinschaut, ist meist in seinem persönlichen Ethos begründet. Da auch die Redakteure nicht alles wissen, rutsch ein schlecht recherchierter Artikel oft durch die Endkontrolle, sofern es die in Zeiten der Sparsamkeit überhaupt noch gibt. Man merkt sich im Laufe der Zeit die Namen der Journalisten oder Blogger, denen man vertraut.

- Beide Medienformen sind nicht unabhängig, man sollte wie immer die Struktur des einzelnen Mediums kennen. Kaum ein Medium wagte es noch, einem großen Anzeigenkunden einen Skandal reinzuwürgen. Noch schlimmer: offene Schleichwerbung ist im Bereich der Fach- und Publikumszeitschriften Gang und Gäbe. Auch bei Blogs gibt es viel mehr Schleichwerbung, als allgemein vermutet, so dass es schon einen Fachbegriff dafür gibt: Virales Marketing. Ein Blogger sollte bei Produktbeschreibungen immer eine kritische, satirische oder ironische Note mit hineinbringen, um diesem Verdacht zuvorzukommen. Selbst wenn der Wein noch so gut geschmeckt hat.

- Beide Gruppen sind auf einander angewiesen. Alle Journalisten, die ich kenne, verwenden Blogs inzwischen als Quelle der Recherche. Umgekehrt verwenden sie immer öfters selbst dieses Medium, um sich jenseits der Interessen ihrer Verleger austoben zu können. Unbedarftere Kollegen fühlen sich vielleicht in ihrer Existenz bedroht, wenn plötzlich alle schreiben können. Das sehe ich aber als unbegründet, denn eine gewisse persönliche Qualität schafft immer einen Vorsprung egal in welchem Medium. Man sollte dann eher Wert auf eine gute Recherche legen.

- Die Trennung zwischen professionellen und Bürgerschreibern wird immer weiter verwischen. Z.B. plant ein großer Verlag unter dem Namen Zoomer (nicht Zoomr) eine kommerzielle Newsseite, auf der sich Beiträge "echter" und Laienjournalisten mischen.

- Die Unterschiede werden instrumentalisiert. Wer sich selbst zu sehr vom "Blogger" oder "Journalisten" scheiden will, zeigt damit, dass er entweder zu viel Respekt vor dem anderen hat, etwa weil er in dem anderen einen Mangel seiner eigenen Fähigkeiten erkennt, oder weil er ein Interesse damit verfolgt (lest mich!) Beides finde ich falsch. Von einem Winzer erwarte ich nicht, dass er schreibt wie ein junger Gott, und von einem professionellen Schreiber nicht, dass er den latinischen Namen jeder Reblaus kennt. Aber der Winzer sollte lesbar sein und der Schreiber so gut recherchieren, dass er keine groben Patzer macht. Den Journalist könnte beim Winzer seines Vertrauens nachfragen, welche Mistreblaus das nun schon wieder ist, und dieser könnte sich bei der Gelegenheit gleich erkundigen, wie man ein Interview strafft und zuspitzt.

- In eigener Sache: Hausmannskost bleibt reichhaltig, trinkfest, stilsicher und insbesondere nach wie vor nichtkommerziell.

Donnerstag, 31.01.2008

Hausmannskost zieht um

Einige von Euch haben durch Zufall Hausmannskost 2.0 vielleicht bereits gefunden. Dort soll es mit diesem Blog weiter gehen. Der Entschluss fällt nicht leicht, denn ich muss meine Leser nötigen, Bookmarks, RSS-Feeds und Blogrolls anzupassen. Man hat natürlich auch Angst, einige zu verlieren. Aber irgendwie überwiegt mein Ärger inzwischen den Spaß, den ich mit dem Bloggen habe, denn zuviel hat mir am bisherigen Provider nicht mehr gefallen. Sogar bei zahlenden Kunden gehen keine Trackbacks und die Verwaltungsfunktionen sind gegenüber denen von Wordpress mittelalterlich.

Also bitte: Stellt Eure Feeds um, die Webadresse lautet: http://hausmannskost.wordpress.com/
und der RSS-Feed:
http://hausmannskost.wordpress.com/feed/
Lieben Dank.


Es gibt dort eine kategorisierte und erweiterte Blogroll, eine Tag-Wolke und ein Liste der Top-Beiträge. Ein paar Wochen lang werde ich beide Blogs noch füttern, aber der neue hat ab heute Priorität.


Mittwoch, 30.01.2008

Saubloggen am Mittwoch: Wilder Tod einer Wildsau

Das Saubloggen am Mittwoch ist diese Mal Iris gewidmet: Dass man eine Türe öffnen muss, auch wenn sie aus Glas ist, musste eine Wildsau kurz vor ihrem Tod noch lernen, als sie in eine Langgönsener Wohnung eindrang, die Glastüre mit Wucht durchbrach, verletzt und verwirrt durch die Wohnung marodierte, mehrere Möbelstücke dabei zerstörte, dann die Bewohnerin angriff, so dass diese mit viel Glück nur der Schock ereilte, und schließlich zur anderen Seite des Hauses durch die offen stehende Terassentüre entwich. Dort draußen wartete schon die Polizei und erschoss das Tier.

Dienstag, 29.01.2008

Weißburgunder und Domina


Letztens tranken wir zwei deutsche Weine, die von eher einfacher Natur waren, mir aber dennoch gut schmeckten. Und zwar deshalb, weil sie in sich stimmig waren und nicht mehr versprachen, als auch wirklich in ihnen steckte. Der eine war eine trockene Spätlese Weißer Burgunder vom Ehrenbreitensteiner Kreuzberg in Koblenz 2005, der andere ein Domina aus Franken 2006.

Der Weiße glänzte hellgold und verströmte ein intensives Aroma nach Klee und frisch geschnittenem Apfel, dabei mineralisch, rein, aber nicht übermäßig komplex. Eine nervige, aber feine Säure stach im Geschmack hervor, fruchtig, Apfel, Mandarine, etwas Traubenzucker/Brause. Für eine Spätlese erschien er mir erstaunlich trocken, nicht allzu schwer und lang. Und es zeigte sich ein leichter und angenehmer Altersschmelz, wobei ich diesen Jahrgang nicht mehr länger liegen lassen würde. Insgesamt ein nicht allzu komplexer, jedoch gerader und schmackhafter Wein. Ich konnte mit Nudeln mit Schinken-Erbsen-Sahnesauce dazu vorstellen.



Nun zum Roten: Ein Supermarktwein der Marke Weingallerie im Bocksbeutel und immerhin Träger einer fränkischen Silbermedaille. Kirschrot, beerig-würzig, Himbeere, Erdbeere, leicht marmeladig, etwas rauchig, Leder. Der Auftakt war mild und kräftig beerig, dabei leicht süß mit zurückhaltender Säure, wobei die sich anbahnende Langeweile durch eine schmale Tanninbasis ausgeglichen wurde. Insgesamt nicht allzu schwer und kurz wirkt er ein bisschen rustikal, aber schmackhaft und mir persönlich doch einen Tick zu süß. Gepasst hätte er zu einer gebratenen Forelle.



Donnerstag, 24.01.2008

Wo der Alkohol im Pfeffer liegt


So sehr mir der Vernaccia di San Gimignano von Teruzzi gefallen hat, umso enttäuschter war ich vom Peperino 2005. Es handelt sich um einen Cuvée aus Sangiovese und zehn Prozent Merlot, so dass der Wein in die Klasse der Supertoskaner fällt, Weine also, die nicht den klassischen italienischen Sortenmischungen entsprechen. Das sind die Sant’Antimos und Toscana IGTs der italienischen Lieblingsferienprovinz, und sie bestehen zum Teil aus importierten, internationalen Sorten, oft Cabernet oder Merlot. Manche sind berühmt, Tignanello, Solaia, Sassicaia oder Ornellaia, andere schwimmen nur auf der anhaltenden Modewelle mit.

Dazu dürfte der Peperino gehören, der Pfeffrige, dessen scharfe Note sich allerdings auf den hohen Alkoholgehalt begrenzt (13,5), der das Aroma dominiert. Dazu kommen Rauch- und Specktöne, wenig Frucht, später etwas Veilchen und Vanille. Der Geschmack ist ebenso einseitig, grobe Tannine, feurig und eben ein bisschen dünn für den Alkohol- und Fasseinsatz.



Wenn ich lese, wie z.B. in der Welt, dass Rote mit hohem Alkoholgehalt ("14 Volt") ein Trend für 2008 sind, dann ist der Peperino ein Beispiel dafür, warum ich das schade finde.

Mittwoch, 23.01.2008

Scheuermann on Schaumwein


Der erfolgreichste deutsche Wein-Blogger, Mario Scheuermann, wendet sich neben Drink Tank und dem Bordeaux-Blog einem dritten Thema zu: dem Schaumwein-Blog. "Der Blog bietet News, Klatsch und Meinung rund um die schäumenden Weine dieser Welt: Cava, Champagner, Crémant, Prosecco, Sekt, Spumante etc. sowie die wöchentliche Kolumne 'Schaum der Woche'", heißt es in seiner Ankündigung.



Was lernen wir heute: Während der Konsum des einheimischen Sekts konstant geblieben ist, importieren die Deutschen mehr Champagner. "Alles Schampus", heißt zutreffend das Motto des neuen Blogs.

Dienstag, 22.01.2008

Nachtspinat


"Nachtspinat" nennen afrikanische Flüchtlinge illegal gewildertes Fleisch, das sie in den Lagern heimlich handeln, erst bei Dunkelheit kochen und essen. Das berichtet der WWF, der gemeinsam mit anderen Organisationen die Umweltsituation zweier Flüchtlingslager in Tansania untersucht hat. Der Bericht spricht von einer rasanten Zerstörung der Natur, die Flüchtlinge holzen Wälder für Brennholz ab und jagen Schimpansen, Büffel und Antilopen. "Die Selbstversorgung der Flüchtlinge mit gewildertem Fleisch hat bislang übertüncht, dass die Weltgemeinschaft nicht in der Lage ist, die Menschen ausreichend mit Nahrung zu versorgen", folgert einer der Autoren.


Mittwoch, 16.01.2008

Etikettenschwindel


Derzeit geht es in der Weinblogwelt um das Etikett. Im Sicherheitsblog von Bruce Schneier fand ich einen schönen, modernen, High-Tech-Etikettenschwindel:



Wir hatten früher einfach noch keine Cola-Flaschen im Unterricht dabei...

Saubloggen am Mittwoch: Erleuchtete Ferkel


Mit der Erleuchtung kennen sich die Chinesen seit dem Einzug des Buddhismus ins Reich der Mitte aus. Um aber ein Schwein zu erleuchten, greifen auch die Chinesen zur modernen Genmanipulation: "nachdem das Team grün fluoreszierendes Protein in Schweine-Embryonen injiziert hatte", heißt es auf der Webseite des China Internet Information Center (CII), das digitale PR-Sprachrohr des Landes.



Eine dieser drei armen Säue hat nun elf Ferkel geworfen. Und zwei davon leuchten ebenfalls. "Mund, Beine und Zunge der beiden Ferkel schimmern grün unter Ultraviolett-Licht, was belegt, dass die Technik der Zucht von transgenen Schweinen mittels Zellkernverpflanzung erfolgreich ist", zitiert das CIIC den Schweineerleuchter Professor Liu Zhonghua von der Universität für Landwirtschaft in Harbin.

Erleuchtung ist nicht das Endziel der Übung, sondern ein gut gewählter, publikumswirksamer Versuch -- wie man an diesem Blog-Eintrag erkennt. Vielmehr geht es Liu nach eigenen Aussagen darum, Schweine als Organlieferanten für Menschen zu züchten. Ob sich auch transgene parteikonforme Staatsbürger züchten lassen, sagt der Professor nicht. Bei den Chinesen würde mich gar nichts wundern, wenn es um die Unterdrückung der Menschenrechte geht.



Ein Leuchtgen könnte ich auch gebrauchen: Beim Joggen. Zunge raus und die Stolpersteine auf dem Feldweg werfen ihre Schatten voraus.


Dienstag, 15.01.2008

Liebe Tagesschau...


... hierbei handelt es sich um eine Rohrnudel und nicht um eine Dampfnudel!!!



Egal ob ein Pfälzer oder ein Oberbayer sie aus dem Topf (und nicht dem Ofen) geholt hat.


Weinrallye 8: Etikettentrinker


Um den schönen Schein dreht es sich bei der achten Weinrallye von Iris vom französischen Weingut Lisson. Die schönste Flasche sollen wir aus dem Keller holen, wobei sie es uns offen lässt, ob wir schön ganz visuell, ästhetisch meinen oder eher stimmungsvoll im Sinne von großartig.



Tatsache ist, dass ich überhaupt kein Etikettenkäufer bin und mich eher Regionen, Jahrgänge oder Sorten beim Kauf interessieren. Erst im zweiten Schritt spielt die Verpackung eine Rolle. Ich kann mich nur an ganz wenige Situationen erinnern, in denen ich gesagt habe: "Der Aufdruck gefällt mir, den Wein nehme ich mit". Eine solche Flasche liegt aber in der Tat noch im Keller. Vielleicht lasse ich mich auch hinreißen und gehe nochmal shoppen. Oder ich nehme einfach die Flasche mit dem hübschesten Etikett, die ich im Keller finde.

Es gab mal eine Serie mit Etiketten von Tomi Ungerer. Da hab ich leider aber nix mehr gefunden.

Und hier nochmal die Liste der bisherigen Weinrallyes:

#1 Inselwein (Winzerblog)
#2 Must-Taste-Weine unter 10 Euro (Weinverkostungen)
#3 Bio-Riesling (Viva vino)
#4 Vulkanwein (Drink Tank)
#5 Sangiovese nicht aus der Toskana (Hausmannskost)
#6 Schaumwein (Schreiberswein)
#7 Alles außer Glas (Kaulwein)

Montag, 14.01.2008

Technorati Test

Samstag, 12.01.2008

Kaulwein im Glas (und nicht im Plastikbecher)


Wenn ich mir die letzten Einträge im Kaulwein-Blog ansehen, besonders die Zusammenfassung der 7. Weinrallye, dann könnte man den Eindruck gewinnen, bei den Winzer-Brüdern (mindestens drei, oder?) von der Nahe dreht sich alles um die Plastikpackung. Dass dem nicht so ist, kann ich beweisen: Zufällig stieß ich auf eine Glasflasche Chardonnay 2006 von Kaul. Glück gehabt, könnte man sagen.

Der Wein ist strohgelb und hat ein reines, feines Aroma: Wiesenblumen, Klee, milde Früchte, Aprikose, Mirabelle, Pfirsich, Apfel, Mandarine, mineralisch. Der geschmackliche Auftakt ist mild, wobei der Wein durchaus über eine frische, aber nicht aufdringliche Säure verfügt. Er ist trocken, extraktreich, wohlschmeckend und hat einen langen Abgang. Ein typischer Chardonnay, der seine deutsche Herkunft dennoch nicht verleugnet, und insofern ein guter Multikulti-Vertreter eines Weins aus einer fremden Rebsorte ist, die hierzulande angesiedelt wurde.



Bei uns gab es dazu passend Lucies erstes selbst kreiertes Essen: Gemüse-Pfannkuchen. Vorbild: Leon der Pirat, der lieber Koch als Seeräuber sein möchte. Es dauert allerdings eine Weile, bis er seinen Vater, den Seebären, überzeugen kann, dass der Smutje der wichtigste Mann an Bord ist. Kleingeschnittene rote Paprika in den Teig zu rühren, ist nun nicht gerade draufgängerisch, aber ich hätte nicht den Mut gehabt, gewürfelte saure Gurken dazu zu mischen und im Pfannkuchen mitzubacken und dann noch meinen Gästen vorzusetzen. Dazu muss man schon ein kleiner Pirat sein. Das Ergebnis war gar nicht so schlecht, die Gurken haben ihr Sauersein im Teig gelassen und die fertigen Fladen etwas saftiger gemacht.